ZERVIXKARZINOM
Von
P. Sevelda, S.F. Lax, G. Breitenecker, P. Lukas
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3. PRÄKANZEROSENMeist im Bereiche der Transformationszone, selten auch im originären Plattenepithel der Ektozervix können Dysplasien verschiedenen Grades auftreten, die dem invasiven Zervixkarzinom vorausgehen. Darunter versteht man eine neoplastische Proliferation atypischer basaloider bzw. parabasaler Zellen verbunden mit einer Architekturstörung des Plattenepithels. Diese Veränderungen sind auf das Epithel beschränkt, also intraepithelial lokalisiert und werden deshalb auch als Cervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN) bezeichnet. Der Grad der CIN wird aus der Differenzierung des Epithels, den Kernatypien und der Mitosezahl abgelesen, wobei 3 Grade unterschieden werden:
Bei der CIN 1 beschränken sich die Veränderungen auf das basale Drittel der Epithelhöhe, bei der CIN 2 reichen sie bis ins mittlere, bei der CIN 3 ins superfizielle Drittel bzw. nehmen das gesamte Epithel ein. HPV-assoziierte Veränderungen und CIN des Plattenepithels werden neuerdings vor allem im angloamerikanischen Raum auch als SIL (Squamous Intraepithelial Lesion) bezeichnet und zwar HPV-assoziierte Läsionen (sogenannte flache Condylome) und CIN 1 (leichte Dysplasie) als low grade SIL (LSIL), CIN 2 (mäßige Dysplasie) und CIN 3 (schwere Dysplasie und Carcinoma in situ) als high grade SIL (HSIL). Zwischen den einzelnen Graden der CIN besteht kein prinzipieller biologischer Unterschied, da alle direkt invasiv werden können, und zwar mit abnehmender Differenzierung immer häufiger. Es wird heute angenommen, daß ein teil der CIN 1 (LSIL) stationär bleibt, während ein anderer Teil rasch in eine CIN 2 und CIN 3 fortschreitet. Andererseits können sich CIN auch spontan zurückbilden, und zwar CIN 1 in über 50% , CIN 3 in durchschnittlich 33 %. Die Entwicklung eines Zervixkarzinoms von seinen ersten Vorstadien bis zum klinisch invasiven Karzinom dauert etwa 10-15 Jahre. Aus einer CIN 3 kann sich in 30-70 % innerhalb von Monaten bis mehreren Jahren ein invasives Karzinom entwickeln. Die biologische Bedeutung der CIN besteht darin, daß im Epithel keine Blut- oder Lymphgefäße vorhanden sind und daher eine hämatogene oder lymphogene Propagation noch nicht stattfinden kann. Es genügt daher in dieser Phase der Erkrankung die lokale Entfernung des atypischen Epithels mit Methoden, die die Fertilität der Patientin kaum beeinträchtigt (z.B. Konisation). Adenocarcinomata in situ (AIS) sind wesentlich seltener als CIN/SIL und treten oft mit diesen gemeinsam oder in Randgebieten invasiver Adenokarzinome auf. |
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