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1. Analkarzinom
| Häufigkeit: Das Analkarzinom
tritt sehr selten auf, die Inzidenz liegt unter 1/100.000 EW/pro
Jahr und entspricht 1-2% aller Dickdarmkarzinome sowie 3,9% aller
anorektalen Karzinome. Eine steigende Tendenz von Neuerkrankungen,
insbesondere bei homosexuellen Männern, wird beobachtet.
Altersentwicklung/Geschlechtsverteilung: Das Analkarzinom tritt zwischen dem 30. Lj. und dem 90. Lj. auf, bei einem Erkrankungsgipfel zwischen dem 58. Lj. und dem 64. Lj. Eine zunehmend erhöhte Inzidenz findet sich bei Männern vor dem 45. Lj. Die Geschlechtsverteilung zeigt ein Überwiegen der Erkrankung bei Frauen. Homosexuelle Männer zeigen ein deutlich erhöhtes Risiko. Risikofaktoren: Mechanische Irritation des Analkanals, genitale Karzinogene (Lubrikantien), Übertragung von onkogenen Viren beim Sexualverkehr sowie anale Sexualpraktiken werden mit der Entstehung des Analkarzinoms in Zusammenhang gebracht. Es besteht ein Zusammenhang zwischen Papillomaviren, Condylomata acuminata und der malignen Transformation in ein Analkarzinom nach 5-40 Jahren, bei Frauen existiert eine Assoziation mit dem Herpes simplex Virus und Clamydia trachomatis, bei Männern mit Gonorrhoe. Analfisteln (muziöses Adenokarzinom des Analkanals), chronische Fissuren, lang bestehendes Hämorrhoidalleiden, Lymphogranuloma venereum und Leukoplakien. Radiatio und Immunsuppression erhöhen das Erkrankungsrisiko (100-faches Risiko bei Transplantierten), ebenso Zigarettenkonsum, eine hohe Zahl von Sexualpartnern, sowie ein positiver Herpes simplex Virus-Titer. Warnsignale: Perianales Brennen, perianale Blutung, anale Schwellung, Fremdkörpergefühl, perianaler Juckreiz, Inkontinenz, Tenesmen, Änderung der Stuhlgewohnheiten, Schmerzen. Therapie: Die Therapie der Wahl besteht aus der Kombination Chemotherapie, Strahlentherapie und Chirurgie. Die früher angewandte abdominoperineale Rektumexstirpation ist heute nur selten erforderlich. Prognose/Überleben: Bei Karzinomen des Analrandes werden 5-Jahres-Überlebensraten zwischen 50% und 70% angegeben, bei Karzinomen des Analkanales zwischen 85% und 90%. Bei früher Diagnosestellung sind die Überlebensergebnisse ausgezeichnet. Prävention/Früherkennung: Propagierung und Ergreifung von Maßnahmen für einen safe sex. Risikogruppen (Homosexuelle, Condylomata accuminata-Träger, immunsupprimierte Patienten) sollten auf die Frühsymptome eines Analkarzinoms hingewiesen werden. Engmaschige Kontrollen bei Risikogruppen werden empfohlen. Früherkennung: Der Früherkennung kommt wesentliche Bedeutung zu. Alle verdächtigen Veränderungen müssen biopsiert werden. |
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